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  • Aufarbeitung Brandanschlag Alexanderstrasse 38 im 1989

    Der Brandanschlag von 1989 an der Alexanderstrasse, bei dem vier Menschen aus Sri Lanka - darunter zwei Kinder - ums Leben kamen, stellt ein erschütterndes Kapitel der Stadtgeschichte dar. Der Verdacht auf einen rechtsextremen Hintergrund und die ungenügende behördliche Aufarbeitung sind ein politisches und moralisches Versagen, das nicht länger ignoriert werden darf. In einer Zeit, in der rassistische und rechtsextreme Tendenzen in Europa und der Schweiz wieder zunehmen, sieht sich der Stadtrat in der Pflicht, klare Zeichen zu setzen.

    Die Stadt Chur muss sich ihrer historischen Verantwortung stellen - nicht mit symbolischer Zurückhaltung, sondern mit Entschlossenheit und Haltung. Die Errichtung einer Gedenktafel am Ort des Geschehens ist ein erster, überfälliger Schritt, um die Opfer sichtbar zu ehren und öffentlich ein Zeichen gegen Rassismus, Ausgrenzung und das kollektive Vergessen zu setzen.

    Begleitet werden soll dieses sichtbare Zeichen durch eine offizielle Gedenkveranstaltung und durch die Benennung einer bislang namenlosen Gasse in unmittelbarer Nähe zum Tatort. Gemeinsam mit der tamilischen Gemeinschaft, den Angehörigen sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadt soll so ein Raum der Würdigung, der Mahnung und des Lernens geschaffen werden. Denn eine offene, demokratische Gesellschaft lebt vom Erinnern - und von der Bereitschaft, Unrecht zu benennen und ihm entschlossen entgegenzutreten.

    Mit der Realisierung dieser Massnahmen, setzt die Stadt Chur ein dauerhaftes und öffentlich sichtbares Zeichen des Erinnerns, der Verantwortung und des entschlossenen Eintretens gegen Rassismus.

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