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  • Churs Mühlbäche

    24. September 2026

    Von den Lebensadern der Industrie zu naturnahen Stadträumen

    Seit Jahrhunderten durchfliessen die Mühlbäche die Stadt Chur. Einst trieben sie Mühlen und Fabriken an, heute liefern sie weiterhin Energie und Wasser und prägen zunehmend auch den Stadtraum.

    Wasser als Antrieb
    Die Geschichte der Churer Mühlbäche reicht bis ins 12. Jahrhundert oder noch weiter zurück. Weil die Plessur zu unregelmässig fliesst, wird seit Jahrhunderten Wasser abgeleitet und über künstlich angelegte Kanäle durch die Stadt geführt. Mühlen, Sägereien und Gerbereien nutzten die Wasserkraft. Später siedelten sich zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe entlang der Mühlbäche an.

    Zeitweise nutzten fast 30 Betriebe das Wasser. Neben der Energiegewinnung dienten die Mühlbäche auch der Bewässerung, als Lösch- und Brauchwasser sowie zur Versorgung der Stadtbächlein. Mit dem Aufkommen leistungsfähiger Elektromotoren und günstigem Strom verlor die Wasserkraft als industrielle Energiequelle zunehmend an Bedeutung.

    Heute vielseitig genutzt
    Heute nutzen nur noch wenige Betriebe das Wasser der Mühlbäche. Dazu gehören Landwirtschaftsbetriebe, das Kleinkraftwerk Willy Sand, die historischen Kleinkraftwerke CADA und Pulvermühle sowie das Wasserkraftwerk Rheinmühle. Im Untertorer Mühlbach fliessen rund 1200 Liter Wasser pro Sekunde, im Obertorer Mühlbach rund 400 Liter.

    Gleichzeitig gewinnen die Mühlbäche als naturnahe Räume an Bedeutung. In Bereichen wie der Oberen Au oder entlang des Velowegs bei der Pulvermühle wurden sie ökologisch aufgewertet und dienen sie als attraktive Aufenthalts- und Wohlfühlorte für die Bevölkerung.

    Damit die Mühlbäche ihre Funktionen erfüllen können, ist regelmässiger Unterhalt nötig. Beim jährlichen Abschlag werden Sträucher und Gras zurückgeschnitten, Holzschieber kontrolliert und gefettet sowie die unterirdischen Kanäle inspiziert und Zäune überprüft. Auch der Ententeich wird im Herbst gepflegt und etwa alle fünf Jahre ausgebaggert.

    Der Abschlag findet nur noch einmal jährlich statt und dauert dieses Jahr vom 26. Oktober bis 4. November 2026.