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Hitzesommer forderte Chur
Die langanhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen haben Wald, Alpen, Stadtgrün und Infrastruktur belastet. Die Stadt konnte die Auswirkungen mit Sofortmassnahmen abfedern und zieht daraus Konsequenzen für die Zukunft.
Die aussergewöhnlich trockene Witterung stellte Chur bereits seit Herbst 2025 vor besondere Herausforderungen. Mit Ausnahme von Februar und Juni fiel deutlich weniger Niederschlag als üblich.
Herausforderung für Stadtgrün
Die Böden trockneten bis in grössere Tiefen aus. Besonders gefordert war das Stadtgrün. Seit Sommerbeginn waren täglich zwei bis drei Teams der Stadtgärtnerei mit Bewässerungsarbeiten im Einsatz. Im Fokus standen Jungbäume, Neupflanzungen, ausgewählte Staudenrabatten und Sportrasenflächen ohne automatische Bewässerung. Dennoch verzeichneten die Jungbäume überdurchschnittlich viele Ausfälle. Gleichzeitig zeigten erstmals auch ältere Bäume deutliche Anzeichen von Trockenstress.
Die Erfahrungen fliessen in die künftige Planung ein. Bei neuen Alleen sollen fest installierte Bewässerungssysteme vorgesehen werden. Zusätzlich setzt die Stadt auf kompostierbare Drainagerohre, die Wasser gezielt in tiefere Bodenschichten leiten. Hitze- und trockenheitsverträgliche Baumarten, grössere durchwurzelbare Bodenräume, Grünstreifen und die Entsiegelung geeigneter Flächen sollen die Widerstandsfähigkeit des Stadtgrüns weiter erhöhen.
Folgen für Wald und Alpen
Im Stadtwald blieben die unmittelbaren Schäden bislang überschaubar. Einzelne vom Borkenkäfer befallene Bäume mussten jedoch geerntet werden. Verschiedene Laubbaumarten verfärbten sich zudem bereits früh. Welche langfristigen Folgen die Trockenheit hat, wird sich teilweise erst in den kommenden Jahren zeigen. Die Stadt rechnet mit mehr dürren und abgestorbenen Bäumen, was den Pflegeaufwand und die Sicherheitsanforderungen erhöht.
Besonders angespannt war die Wasserversorgung auf den Alpen. Teilweise mussten Herden aufgeteilt und Wasser mit Helikoptern zu einzelnen Alpen transportiert werden, um den Alpbetrieb aufrechtzuerhalten. Die Stadt prüft deshalb Verbesserungen der Wasserversorgung. Helikoptertransporte sollen auch künftig nur in Notfallsituationen zum Einsatz kommen.
Infrastruktur weitgehend stabil
Punktuell wirkten sich die hohen Temperaturen auch auf die Infrastruktur aus. Vereinzelt kam es zu Abdrücken und Spurrinnen im Strassenbelag. Grössere Schäden an Strassen, Plätzen oder Gebäuden blieben jedoch aus.
Die Trinkwasserversorgung war jederzeit gewährleistet. Einen aussergewöhnlichen Anstieg des Wasserverbrauchs stellte die Stadt nicht fest. Zur Deckung saisonaler Spitzen wurde ergänzend Grundwasser genutzt. Der Schutz der Grundwasservorkommen und ihrer Schutzzonen bleibt deshalb zentral.
Erfahrungen fliessen in die Planung ein
Für die Mitarbeitenden im Freien bedeuteten die hohen Temperaturen eine grosse Belastung. Zum Gesundheitsschutz konnten Arbeitszeiten teilweise vorverlegt und lärmarme Arbeiten bereits ab 6 Uhr ausgeführt werden. Der Hitzesommer zeigt, dass Hitze und Trockenheit zunehmend konkrete Auswirkungen auf die Stadt haben. Die gewonnenen Erkenntnisse fliessen deshalb in die Klima- und Anpassungsmassnahmen ein.
Mit der Erarbeitung eines Hitzeaktionsplans startet die Stadt zudem eine weitere Massnahme. Dieser soll dazu beitragen, die Bevölkerung künftig besser vor den Folgen grosser Hitze zu schützen. Bereits heute werden mit der Stadtklimainitiative Grünflächen geschaffen, Flächen entsiegelt und öffentliche Räume aufgewertet. Auch die laufende Revision der Grundordnung berücksichtigt Themen wie klimaangepasste Aussenräume, nachhaltiges Bauen und erneuerbare Energien.
des Hitzesommers.