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  • Meilenstein in der Bündner Drogenpolitik

    13. März 2026

    Eröffnung begleiteter Konsumraum in Chur

    Die Inbetriebnahme des begleiteten Konsumraums stellt einen wichtigen Meilenstein in der Bündner Sucht- und Drogenpolitik dar. Die gesundheitliche Stabilisierung der Betroffenen sowie mehr Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum sind die wichtigsten beabsichtigten Wirkungen. Die Stadt rechnet mit rund drei Monaten, bis sich die Nutzung eingespielt hat und erste Wirkungen sichtbar sind.

    Der dreijährige Pilotbetrieb eines begleiteten Konsumraums ist eine der beiden zentralen Massnahmen in der Strategie Sucht- und Drogenpolitik des Stadtrates aus dem Jahr 2022. Bisher ist die Stadt insbesondere im zweiten zentralen Strategiebereich, in der Suchtprävention, gut vorangekommen. Dort fand im Jahr 2022 eine umfassende Jugendbefragung nach dem Modell "Communities That Care" statt, woraus 2024 ein Massnahmenplan zur Suchtprävention verabschiedet wurde. Die Umsetzung des Plans kommt sehr gut voran.

    Steiniger Weg bis zur Realisierung
    Die Churer Stimmbevölkerung stimmte im Juni 2024 mit 66 % Ja-Stimmen dem Rahmenkredit über 3.879 Mio. Franken für einen dreijährigen Pilotbetrieb eines begleiteten Konsumraums zu. Nach einer langen Odyssee bei der Prüfung verschiedener Liegenschaften erwies sich auch der damals vorgesehene Standort an der Sägenstrasse in der Projektentwicklung als mit zu vielen Risiken behaftet, weshalb die Stadt nach Alternativen suchte. Diese wurden im Sommer 2024 am Seilerbahnweg 9 in den Räumlichkeiten des ehemaligen Palazzo gefunden.

    In der Zwischenzeit musste die Projektierung durchgeführt und ein ordentliches Baubewilligungsverfahren durchlaufen werden. Die Churer Baubehörde stimmte dem Vorhaben am 18. März 2025 zu, nachdem keine Einsprachen eingegangen waren. Eine sehr gute Abstimmung mit dem kantonalen Sozialamt und dem Hochbauamt stellte sicher, dass die Bündner Regierung im August 2025 der Finanzierung der angrenzenden neuen Kontakt- und Anlaufstelle zustimmen konnte. Der Bau konnte trotz grosser Herausforderungen in Bezug auf Qualität und Kosten im Plan und mit nur einem geringen Verzug bei der Bauübergabe erstellt werden.

    Wirkungen nicht ab dem ersten Tag
    Der risikoärmere Konsum und die gesundheitliche Stabilisierung sind die wichtigsten beabsichtigten Wirkungen für die Nutzenden. Für die Bevölkerung werden ein spürbarer Rückgang des Konsums von Betäubungsmitteln und des Kleinhandels im öffentlichen Raum sowie generell eine Verbesserung der öffentlichen Sicherheit erwartet. Mittelfristig sollte das neue Angebot dazu dienen, die Sogwirkung der bestehenden offenen Drogenszene in Chur zu durchbrechen und das Problem damit zu lindern.

    Der Betrieb und seine Nutzung werden sich einspielen müssen. Die Stadt erwartet, dass dieser Prozess rund drei Monate dauern wird und erhofft sich, dass nach dieser Zeit erste Wirkungen spürbar werden.

    Ordnung und Sicherheit werden schrittweise erhöht
    Die Repression im öffentlichen Raum in Bezug auf Betäubungsmitteldelikte wird schrittweise und nicht sofort erhöht. Die neuen polizeilichen Sicherheitsassistenzen werden eine wichtige Rolle für die Gewährleistung von Ordnung rund um den Konsumraum sowie entlang der Wege vom Bahnhof zum Stadtgarten und von dort zum Welschdörfli einnehmen.

    Gruppenfoto Eröffnung Konsumraum Chur