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  • Gedenktafel für Opfer Brandanschlag 1989

    2. Juli 2026

    Stadt Chur erinnert an die Opfer des Brandanschlags von 1989

    Einweihung der Gedenktafel und des Naanku Vilakkukal Viethi – Vier-Lichter-Wegs

    Die Stadt Chur hat Donnerstag, 2. Juli 2026, mit einer Gedenkfeier an den Brandanschlag an der Alexanderstrasse 38 vom 2. Juli 1989 erinnert. Beim Anschlag verloren vier Menschen aus Sri Lanka ihr Leben, darunter zwei Kinder. Mit einer Gedenktafel und der Benennung des Naanku Vilakkukal Viethi – Vier-Lichter-Weges setzt die Stadt ein sichtbares Zeichen des Erinnerns, der Würdigung und der Mahnung gegen Rassismus und Ausgrenzung.

    In der Nacht auf den 2. Juli 1989 wurden an der Alexanderstrasse 38 in Chur vier Menschen aus Sri Lanka durch einen Brandanschlag aus dem Leben gerissen: Balamugunthan Kandiah, Balamurali Kandiah, Saththivel Thambirajah und Thevarajah Sinnethamby. Zwei der Opfer waren Kinder.

    37 Jahre nach dem Ereignis hat die Stadt Chur heute am Ort des Geschehens eine Gedenktafel eingeweiht und eine bislang namenlose Gasse in unmittelbarer Nähe zum Tatort als Naanku Vilakkukal Viethi – Vier-Lichter-Weg benannt. Die Bezeichnung verweist auf die vier Opfer und gibt der Erinnerung einen festen Ort im öffentlichen Raum.
    Die Gedenkfeier begann mit einer Schweigeminute. Anschliessend führte der Hindupriester Sasikumar eine religiöse Einweihungszeremonie durch. Dabei wurden Blumen niedergelegt, die neu benannte Strasse mit einer Blumengirlande eingeweiht und die Gedenktafel mit heiligem Wasser benetzt, geschmückt und durch das Entzünden einer Öllampe geweiht. Die Zeremonie wurde von einem tamilisch-hinduistischen Gebet und einer Muschelhorn-Zeremonie begleitet.

    Stadtpräsident Hans Martin Meuli hielt in seiner Ansprache fest, dass der Brandanschlag von 1989 ein erschütterndes Kapitel der Churer Stadtgeschichte darstellt. Der Verdacht auf ein rassistisches beziehungsweise rechtsextremes Tatmotiv sei damals nicht konsequent genug verfolgt worden. Dadurch seien Fragen offengeblieben. Für die Angehörigen und die betroffene Gemeinschaft habe dies zusätzliches Leid bedeutet.

    «Die Stadt kann das Geschehene nicht rückgängig machen. Sie kann die verlorenen Menschenleben nicht zurückbringen. Aber sie kann und muss heute klar benennen, was damals zu wenig klar benannt wurde», sagte Stadtpräsident Hans Martin Meuli. Das damalige behördliche Handeln habe der Verantwortung gegenüber den Opfern, den Angehörigen und der tamilischen Gemeinschaft nicht genügt. Die Stadt anerkenne diese Verantwortung.
    Mit der Gedenktafel und der Strassenbenennung soll das Geschehene im öffentlichen Bewusstsein der Stadt verankert bleiben. Der Stadtrat versteht die Einweihung nicht als Abschluss, sondern als notwendigen Schritt der Erinnerung. Der Ort soll künftig an die Opfer erinnern und zugleich mahnen, Rassismus, Ausgrenzung und rechtsextreme Gewalt nicht zu verharmlosen.

    Die Stadt Chur dankt den Angehörigen, der tamilischen Gemeinschaft, Hindupriester Sasikumar sowie allen Beteiligten, die zur Vorbereitung und Durchführung der Gedenkfeier beigetragen haben.

    Weitere Infos zur geschchtlichen Aufarbeitung des Brandanschlags und Fotos von der Zeremonie

    Hindupriester Sasikumar bei der religiösen Einweihungszeremonie.