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  • 90 Personen nutzen Konsumraum

    1. Juli 2026

    Positive Zwischenbilanz nach drei Monaten Betrieb

    Rund drei Monate nach der Inbetriebnahme der vom Verein Überlebenshilfe (UHG) betriebenen Kontakt- und Anlaufstelle mit begleitetem Konsumraum am Seilerbahnweg 7 in Chur fällt die Zwischenbilanz aus Sicht der Stadt positiv aus. Das Angebot beginnt sich in der Zielgruppe zu etablieren und die Nutzung nimmt kontinuierlich zu. Gleichzeitig zeigt sich, dass sich die angestrebte Lenkungswirkung hin zum Standort zunehmend entfaltet, auch wenn im öffentlichen Raum weiterhin Herausforderungen bestehen.

    Nachfrage höher als erwartet und stabile Nutzung
    Seit der Eröffnung am 1. April 2026 bewegt sich die Nutzung des begleiteten Konsumraums für Menschen mit Suchterkrankungen durch jeweils rund 30 Personen mit rund 100 Konsumationen pro Tag auf einem konstant bis leicht steigenden Niveau. Insgesamt haben sich mehr als 90 Personen registriert, was die Erwartungen der Stadt für die Startphase übertrifft. Die Möglichkeit, Substanzen in einem geschützten und fachlich begleiteten Rahmen zu konsumieren, wird gezielt in Anspruch genommen.

    Auch die weiterführenden Angebote in den Bereichen Beratung, Hygiene, Gesundheit sowie Verpflegung werden regelmässig genutzt. Die Einrichtung hat sich damit als zentrale Anlaufstelle und verlässlicher Treffpunkt für suchtbetroffene Personen etabliert.

    Lenkungswirkung greift – Lage bleibt ruhig
    Aus Sicht der Stadtpolizei präsentiert sich die Situation derzeit insgesamt stabil und kontrolliert. Rund um die Kontakt- und Anlaufstelle mit begleitetem Konsumraum haben sich keine neuen Brennpunkte entwickelt. Das neue Angebot ist in der Szene etabliert und die angestrebte Verlagerung der Aktivitäten zum Standort am Seilerbahnweg zeigt zunehmend Wirkung. Die rund 100 vom öffentlichen Raum in die Einrichtung verlegten Konsumationen pro Tag haben zu einer Beruhigung der Szene geführt.

    Während der Betriebszeiten bleibt das unmittelbare Umfeld weitgehend frei von sicherheitsrelevanten Ereignissen. Die Situation wird weiterhin eng beobachtet und bei Bedarf mit gezielten polizeilichen Massnahmen begleitet. Die Präsenz und Interventionen der Stadtpolizei im öffentlichen Raum tragen aus Sicht der Stadt wesentlich zur Stabilisierung der Situation und zur Erreichung der angestrebten Ziele bei.

    Weiterhin Herausforderungen im öffentlichen Raum
    Trotz der positiven Entwicklung bestehen in der laufenden Etablierungsphase wie erwartet Herausforderungen. Insbesondere bei guter Witterung konsumieren suchterkrankte Personen teilweise weiterhin im öffentlichen Raum – ausserhalb der vorgesehenen Infrastruktur – vor allem im Bereich des Stadtparks. Diese Entwicklungen entsprechen den Erfahrungen aus vergleichbaren Angeboten. Verhaltensänderungen in der Szene erfolgen erfahrungsgemäss schrittweise und benötigen Zeit.

    Weiterer Fokus auf Stabilisierung und Wirkung
    In den kommenden Wochen liegt der Fokus auf der weiteren Stabilisierung des Betriebs und der gezielten Förderung der Nutzung der vorhandenen Angebote. Dazu gehört eine verstärkte Präsenz im öffentlichen Raum mit bedarfsorientierten Interventionen.

    Ziele bleiben die Stabilisierung der Lebenssituation von akut suchterkrankten Menschen, eine nachhaltige Entlastung des öffentlichen Raums sowie die Sicherstellung von Ordnung und Sicherheit im Quartier.

    Evaluation und Weiterentwicklung
    Die Wirkung des Angebots wird systematisch von externer Seite evaluiert. Ein Bericht wird bis Sommer 2027 vorliegen. Dieser wird eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die künftige Ausgestaltung und Finanzierung ab dem Jahr 2029 sein.

    Ziehen nach 100 Tagen Bilanz: (v.l.n.r.) Andrea Deflorin, Polizeikommandant; Carlo Schneiter, Betriebsleiter UHG, Stadtrat Patrik Degiacomi und Susanna Gadient, Amtsleiterin Kantonales Sozialamt Graubünden