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Neophyten gemeinsam eindämmen
Invasive Neophyten breiten sich auch in und um Chur aus und bedrohen die heimische Pflanzenvielfalt
Ende Sommer fallen invasive Neophyten besonders auf. Die Stadt Chur bekämpft die Problempflanzen gemeinsam mit Schulklassen und gemeinnützigen Organisationen und ist dabei auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.
Im Siedlungsgebiet, in der Landschaft und im Wald blühen Ende Sommer nur noch wenige Pflanzenarten. Umso stärker fallen gelb blühende invasive Neophyten wie die kanadische Goldrute oder das schmalblättrige Greiskraut sowie der lila blühende Sommerflieder auf. Viele dieser Pflanzen wurden ursprünglich als Zier- oder vermeintliche Nahrungspflanzen in Gärten, Parkanlagen und Gärtnereien angepflanzt.
Lange zeigten viele gebietsfremde Pflanzen kaum Ausbreitungstendenzen. Heute können sie sich auch in Chur erfolgreich vermehren. So versamen sich beispielsweise der Götterbaum, der Kirschlorbeer und die Hanfpalme in Wälder und Hecken. Invasive Arten verdrängen heimische Pflanzen und können dadurch die Artenvielfalt verringern. Einzelne gefährden zudem Mensch und Tier sowie Bauwerke und Schutzwälder.
Gemeinsam gegen invasive Arten
Deshalb werden im Churer Wald invasive Neophyten wie Goldrute, japanischer Staudenknöterich, Götterbaum und Sommerflieder bekämpft. Dabei arbeitet die Abteilung Wald und Alpen auch mit Schulklassen und gemeinnützigen Organisationen zusammen. Kürzlich begleiteten Mitarbeitende der Stadt zwei Oberstufenklassen aus dem Schulhaus Giacometti bei einem Einsatz. Die Schülerinnen und Schüler leisten damit einen Beitrag zum Naturschutz und können gleichzeitig ihre Klassenkasse aufbessern.
Im Fürstenwald ist Ende August ein guter Zeitpunkt für die Bekämpfung von Goldrute und Sommerflieder, da sie während der Blüte gut erkennbar sind. Die Pflanzen müssen mitsamt den Wurzeln ausgegraben und über die Kehrrichtverbrennung entsorgt werden. Auch Private werden gebeten, invasive Neophyten im eigenen Garten möglichst vor dem Verblühen zu entfernen, damit sich die Samen nicht weiter ausbreiten.
Einheimische Sträucher statt invasive Arten
Um die Pflanzenvielfalt in den Gärten zu fördern und die Ausbreitung invasiver Sträucher wie Kirschlorbeer in den Wald zu verhindern, beteiligt sich die Stadt Chur erneut an der Sträuchertauschaktion. Bis zu zehn gebietsfremde Sträucher können kostenlos gegen gleich viele einheimische Sträucher eingetauscht werden. Jeder weitere kostet fünf Franken.
Bestellungen sind bis 20. September 2026 unter info@rangerteam.ch möglich. Der Tausch findet am 17. Oktober 2026 von 9.30 bis 11 Uhr im Werkhof der Stadtgärtnerei an der Bettlerküche, Reitnauerweg 31, statt. Die abgegebenen Pflanzen werden fachgerecht entsorgt. Weitere Informationen sind unter www.rangerteam.ch.
Mit einheimischen Sträuchern können Churerinnen und Churer die Artenvielfalt fördern und gleichzeitig einen Beitrag leisten, damit sich invasive Pflanzen nicht weiter ausbreiten.