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Schutzwald in Chur
Verjüngung unter hohem Wildeinfluss gefährdet
Die natürliche Verjüngung des Churer Schutzwaldes ist seit Jahren grossflächig ungenügend. Besonders der Verbiss durch Schalenwild erschwert das Aufwachsen wichtiger Baumarten. Die Stadt Chur fordert deshalb wirksame Massnahmen, damit die Schutzfunktion des Waldes langfristig erhalten bleibt.
Der Wald oberhalb von Chur schützt Bevölkerung und Infrastruktur vor Naturgefahren. Dafür braucht er laufend junge Bäume. Ausserhalb durch Zäune geschützter Flächen finden sich aber kaum entwicklungsfähige Verjüngungsansätze. Betroffen sind wichtige Baumarten wie die Weisstanne und verschiedene Laubbäume. Die notwendige Anpassung an den Klimawandel wird dadurch zusätzlich erschwert.
Risiken entstehen mit Verzögerung
Die Folgen der fehlenden Verjüngung werden nicht unmittelbar sichtbar. Junge Bäume benötigen Jahrzehnte, bis sie wesentlich zur Schutzwirkung beitragen. Bleibt die Verjüngung aus, entstehen Lücken im künftigen Wald. Bei ungenügender Verjüngung steigt das Risiko für Naturgefahren wie Steinschlag oder Rutschungen.
Hohe Folgekosten vermeiden
Reicht der Wald als Schutzsystem künftig nicht mehr aus, wären technische Massnahmen wie Lawinen-, Gleitschnee- und Steinschlagverbauungen notwendig. Für den Churer Schutzwald würde dies mehrere Millionen über die Lebensdauer der Verbauungen bedeuten. Bereits heute sind zur Sicherstellung einer genügenden und standortgerechten Verjüngung Wildschadenverhütungsmassnahmen notwendig. Ein anhaltend hoher Verbiss führt entweder zu höheren Naturgefahrenrisiken oder zu hohen Kosten für Schutzmassnahmen.
Stadt fordert wirksame Massnahmen
Die Stadt Chur anerkennt die kantonale Strategie «Lebensraum Wald-Wild 2021». Die Stadt setzt sich seit Jahren mit einer naturnahen und standortgerechten Waldbewirtschaftung sowie gezielten Pflegeeingriffen und Massnahmen zur Verjüngungsförderung für einen stabilen Schutzwald ein. Im Raum Chur bestehen jedoch weiterhin erhebliche Probleme. Der Stadtrat ersucht die Bündner Regierung, die Problematik der Schutzwälder rund um Chur prioritär zu behandeln, die bisherigen Massnahmen zu überprüfen und zusätzliche wirksame Massnahmen zur Verringerung des Wildeinflusses zu ergreifen. Ziel ist, die natürliche Verjüngung zu ermöglichen und die Schutzwirkung des Waldes langfristig zu sichern.