Kopfzeile

Inhalt

  • Entwicklungsschwerpunkte

    In Zeiten des knappen Raums sind die Koordination der Raumordnungs-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Umweltpolitik ein zentraler Erfolgsfaktor einer zielgerichteten räumlichen Stadtentwicklung. Chur wächst und entwickelt sich dynamisch weiter, die Fokussierung des städtischen Handelns auf räumliche Entwicklungsschwerpunkte erlaubt einen gezielten nachhaltigen Einsatz der Ressourcen. Dabei stehen Gebieten und Arealen mit besonderen Voraussetzungen (Nutzung, Bedeutung, Komplexität, Tragweite, etc.) und baulichem Entwicklungsbedarf im Fokus der kooperativen Planungen. Abgestimmt auf die übergeordneten Zielsetzungen der Stadt verfolgen diese Planungen das Ziel, städtebaulich, frei- und sozialräumlich hochwertige Quartiere mit zukunftsgerichteter Nutzungsverteilung zu schaffen. Ziel ist es themenübergreifende Herausforderungen anzunehmen und partnerschaftlich zu entwickeln, um interdisziplinäre Entscheidungsgrundlagen, Konzepte und Strategien zu erhalten, die wiederum Basis für die weitere Konkretisierung bilden. Dabei soll u.a. ein Augenmerk auf die aktive Beteiligung der Bevölkerung gelegt werden, mit dem Ziel der Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements.

     

    Entwicklungsschwerpunkt Kasernenareal

    Churs Westen wird heute unter anderem durch das Kasernenareal und das Brauereiareal geprägt, welche aufgrund der aktuellen Nutzung grössere, in sich abgeschlossene Gebiete bilden. Aufgrund der Grösse der Gebiete stellen diese eine Barriere des räumlichen Zusammenhalts dar. Mit der möglichen Bündelung der Militärnutzung im Gebiet Rossboden, könnte das Kasernenareal voraussichtlich in den nächsten 10-20 Jahren eine Entwicklung durchlaufen. Das Areal bildet den Übergang vom urbanen Werktagszentrum Chur West mit Hochhäusern zum zentrumsnahen reinen Wohngebiet. Gleichzeitig übernimmt das Areal mit der Durchquerung der Verbindungsachse Altstadt - Chur West, dem Westweg, eine Schlüsselfunktion beim Zusammenrücken des Stadtzentrums mit Altstadtkern und dem Werktagszentrum Chur West. Zentrumsnah sind in den letzten Jahren besonders entlang der Plessur, im Winterberg, angrenzend dem Welschdörfli und entlang der Sägenstrasse mehrheitlich gemischte Zonen als reine Wohngebiete realisiert worden. Aufgrund der ursprünglichen Arbeits- und Industrienutzung, mit nachfolgender eher zufällig gewachsenen dichteren Wohnnutzungen im Stadtteil sind weder genügend öffentliche Freiräume noch ein selbstverständliches Quartierzentrum in Form eines Treffpunktes im gesamten Westen von Chur entstanden. Diese offensichtlichen Defizite bilden zentrale Elemente einer Entwicklung im Kasernenareal.

    Das Kasernenareal als Gebietserläuterung mit Entwicklungsmöglichkeiten

    Kasernenpark
    ein mögliches künftiges Bild des Kasernenparks

     

    Entwicklungsschwerpunkt Chur West

    Die Gebietsentwicklung in Chur West hat den Anfang im Jahr 2003 genommen, als die Idee des Werktagszentrums mit urbanem Charakter im Stadtentwicklungskonzept dargelegt wurde und die Nutzungsplanung daraufhin angepasst wurde, zu einer Zentrumszone als Hochhausgebiet. Mit dieser Basis entstanden die ersten Hochhäuser im gut erschlossenen Gebiet in Churs Westen. Aufgrund der Nachfrage nach weiteren Hochhausprojekten und der grossen Bedeutung des Gebietes war eine fundierte Analyse hinsichtlich Potential und Auswirkungen der Bauten und Nutzungen im Gebiet erforderlich.

    Um den Anforderungen an die städtebauliche Einordnung, den Bezug zum öffentlichen Raum, Nutzung und Erschliessung gerecht zu werden, wurde im Dezember 2012 vom Stadtrat beschlossen das Gebiet in einer gesamthaften Betrachtungsweise zu entwickeln und dafür die richtigen Leitlinien zu setzen. Durch den Erlass einer Planungszone wurde seitens Stadt die Möglichkeit während zwei Jahren fundiert dieser Überprüfung nachgehen zu können, eingeräumt.

    Um möglichst sämtlichen Bedürfnissen und Interessen der Bevölkerung, der Interessenten und Eigentümern gerecht zu werden, wurde zusammen mit den Protagonisten im Gebiet die Stossrichtung für die Gebietsentwicklung in Form einer informellen Mitwirkungsprozesses aufgenommen und im Rahmen einer Vision, eines Masterplans in einem Arealplanverfahren die Bedingungen für die bauliche Entwicklung festgelegt.

    Das informelle Mitwirkungsverfahren wurde verteilt über einen Zeitraum in Form von diversen Veranstaltungen durchgeführt. Aus den unterschiedlichen Grossgruppenveranstaltungen, Themenworkshops und Informationsveranstaltungen wurden die Themen diskutiert und als Grundlage für die weiteren Planungsarbeiten aufgenommen. Folgende Themen wurden von der Bevölkerung eingebracht; die Stadt fördert Wohnbaugenossenschaften, Freiräume indoor und outdoor, Zwischennutzungen und Brachen, eine externe Gruppe als Gestaltungsbeirat, ein Hochurbanes Zentrum, das Potenzial eines Quartiers, eine starke Durchmischung, alternative Energieproduktion, den Verkehr gezielt vernetzen und Chur West als Leuchtturm oder Wahrzeichen zu entwickeln.

    Als Grundsatzziele des Arealplans wurden folgende Stossrichtungen definiert:

    • Mehrwert für ALLE schaffen
    • Ein Stadtteil als Einheit; Einzelinteressen zurückstellen
    • Ergebnisse der informellen Mitwirkungen einfliessen lassen

    Ein Masterplan in Form eines Arealplans ist das Resultat aus dem Planungsprozess mit informeller und formeller Mitwirkung und bildet die Grundlage für die Gebietsentwicklung in Chur West. Dieser macht folgende Vorgaben:

    • Realisieren einer Abfolge von urbanen Orten der Begegnung entlang der zentralen Achse, als Rückgrat des Stadtteils und zentralen Verbindung zur Innenstadt für Zufussgehende und Radfahrende.
    • Der Stadtteil Chur West soll schrittweise über die Entwicklung in Teilgebieten konkretisiert und durch die Eigentümer innerhalb der einzelnen Teilgebiete ihren Bedürfnissen sowie der Vorgaben des Arealplans entsprechend ausgestaltet werden.
    • Im Stadtteil Chur West wird eine ausgewogene Durchmischung der Nutzung mit einem Nutzungsmix aus Gewerbeflächen und Wohnnutzungen und publikumsorientierten Nutzungen angestrebt. Verkaufsflächen sollen das heutige Angebot in Chur ergänzen.
    • Der Stadtteil Chur West soll in sich und mit den übrigen Stadtteilen optimal für Zufussgehende und Radfahrende verbunden werden. Der Durchgangsverkehr des motorisierten Individualverkehrs durch Chur West soll zugunsten einer höheren Siedlungs-qualität gezielt geführt werden. Der ruhende motorisierte Individualverkehr soll unterirdisch realisiert und innerhalb der einzelnen Teilgebiete über eine Tiefgaragenanlage organisiert werden.
    • Der Stadtteil Chur West soll sich durch einen zukunftsorientierten Umgang mit Energie/ Wärmeversorgung auszeichnen und aktuellen Aspekten der Energieversorgung sowie zukünftigen Ansätzen Raum lassen.
    • Für den Stadtteil Chur West soll ein Gestaltungsbeirat die städtebaulichen und gestalterischen Aspekte des Umsetzungsprozess der einzelnen Teilgebiete und der verbindenden räumlichen Elemente begleiten und beratend agieren.
    • Der Stadtteil Chur West soll sich zudem durch folgende Elemente auszeichnen: Das höchste Gebäude ist im obersten Geschoss öffentlich zugänglich (nicht kommerzielle Nutzung). Die Erdgeschosse entlang der zentralen Achse weisen eine überhohe Raumhöhe auf. Innerhalb der Bauvolumen stehen der Öffentlichkeit Indoorangebote zur Benutzung zur Verfügung

    Der Arealplan liegt ab 2018 rechtsgültig vor und regelt nebst den gestalterischen Themen ebenfalls das Folgeverfahren als Quartierplan welcher eine vertiefte städtebauliche Auseinandersetzung in Form eines qualifizierten Verfahrens (Wettbewerb- oder Studienauftrag) definiert, um den Vorgaben im Arealplan gerecht zu werden.

    Im vergangenen Jahr konnten wesentliche Schritte seitens Eigentümer und Investoren aufgrund der abgeschlossenen Planung des Arealplans gemacht werden. Als nächster Schritt werden die Bauvorhaben in qualifizierten Verfahren ausgearbeitet und in Quartierplänen konkretisiert. In den 8 Teilgebieten ist die Planung inzwischen unterschiedlich vorangeschritten.

    Das Areal Chur West mit Planungsverlauf und informeller Mitwirkung

    Der Arealplan Chur West

    Arealplanung

    Ein Arealplan legt die Entwicklung, Gestaltung und Erneuerung von Siedlungen sowie von Projekten in der Landschaft fest. Er kann Elemente der übergeordneten Nutzungsplanung (Zonenplan, genereller Ersc…

    Ein Arealplan legt die Entwicklung, Gestaltung und Erneuerung von Siedlungen sowie von Projekten in der Landschaft fest. Er kann Elemente der übergeordneten Nutzungsplanung (Zonenplan, genereller Erschliessungsplan, genereller Gestaltungsplan) enthalten und mit Vorschriften ergänzt werden. Für die Siedlungserneuerung können Nutzungs- und Abbruchverpflichtungen festgelegt werden.

    Der Arealplan ist ein Planungsinstrument der kommunalen Nutzungsplanung und ist in den folgenden Gesetzgebungen verankert: KRG (Raumplanungsgesetz für den Kanton Graubünden) Art. 46 – 50 sowie KRVO (Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden) Art. 12 – 15 (Verfahren für die Grundordnung).

    Für einige unbebaute Gebiete oder für bebaute Gebiete mit Entwicklungspotential besteht Folgeplanungspflicht. Diese sind im Generellen Gestaltungsplan festgelegt.

     

    Folgende Arealpläne liegen rechtsgültig vor:
    Arealplan Chur West
    Arealplan Kleinbruggen

     

    Folgende Arealplangebiete sind in Bearbeitung:
    Areal Gesundheitsresort Fontana
    Areal Rückenbrecher
     

    Nutzungsplanung

    Die Kommunale Nutzungsplanung ordnet die zulässige Nutzung des Bodens. Bestandteile der Nutzungsplanung sind Zonenplan, Genereller Gestaltungsplan und Genereller Erschliessungsplan zusammen mit dem B…

    Die Kommunale Nutzungsplanung ordnet die zulässige Nutzung des Bodens. Bestandteile der Nutzungsplanung sind Zonenplan, Genereller Gestaltungsplan und Genereller Erschliessungsplan zusammen mit dem Baugesetz. Die Nutzungspläne können auch via interaktivem GIS-Stadtplan aufgerufen werden.

    Quartierplanung

    Ein Quartierplan (Art. 51 KRG) regelt im Rahmen der Grundordnung die Gestaltung und Erschliessung von Bauzonen mit Folgeplanung oder weiteren Teilgebieten der Bauzone im Detail. Ein Quartierplan wird …

    Ein Quartierplan (Art. 51 KRG) regelt im Rahmen der Grundordnung die Gestaltung und Erschliessung von Bauzonen mit Folgeplanung oder weiteren Teilgebieten der Bauzone im Detail. Ein Quartierplan wird in folgenden Fällen erarbeitet.

    • In Gebieten, die im Generellen Gestaltungsplan speziell mit einer Quartierplanpflicht bezeichnet sind.
    • Auf freiwilliger Basis, um verschiedene Anforderungen möglichst gut miteinander zu koordinieren und eine sehr gute Beziehung der geplanten Bauten zur baulichen und landschaftlichen Umgebung und untereinander zu ermöglichen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Abweichungen im Sinne von Verschärfungen der allgemeinen Bau- und Zonenvorschriften zu gewähren.
    • Der Stadtrat kann von Amtes wegen ein Quartierplanverfahren einleiten.
       

    Bei einer Überbauung mittels Quartierplan geht es in erster Linie darum, überdurchschnittliche städtebauliche Qualität zu gewährleisten und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu konkretisieren. Gestützt auf die Vorgaben von Art. 88 Abs. 4 BauG können Abweichungen bezüglich der Gebäude- und Grenzabstände, der Gebäudelänge und bezüglich dem Zusammenbau mehrerer Baukörper gewährt werden. Zudem kann ein Ausnützungsbonus von bis zu 20% der maximal zulässigen AZ zugesprochen werden. Für die Vergabe des Bonus werden insbesondere städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Aspekte der angestrebten Überbauung berücksichtigt.

    Eine Übersicht der Quartierpläne ist im GIS Stadtplan einsehbar.


    Aktuelle Quartierplanungen in Chur:

    Quartierplan Chur West Teilgebiet D
    Quartierplan Sonnhalde
    Quartierplan Trist
    Gesamtüberbauungsplan GÜP Bahnhofgebiet 9. Änderung
    Quartierplanerweiterung Böschengut 2
    Quartierplan Welschdörfli 4
     

    kürzlich Abgeschlossene Quartierplanungen:

    Quartierplan Hirschweg
    Quartierplan Austrasse
    Quartierplan Hof Masans

    Übergeordnete Planungen

    Die Interessen der Stadt werden durch die Abteilung Stadtentwicklung in die Planungen, Konzepte, Studien der Nachbargemeinden, der Region, des Kantons oder gar des Bundes eingebracht. Sie stimmt die s…
    Die Interessen der Stadt werden durch die Abteilung Stadtentwicklung in die Planungen, Konzepte, Studien der Nachbargemeinden, der Region, des Kantons oder gar des Bundes eingebracht. Sie stimmt die stadtinternen Planungen auf die übergeordnete Gesetzgebung ab. 

    Zugehörige Objekte