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  • Kulturlandschaft Seidengut, Sanierung Trockenmauern

    Name
    Kulturlandschaft Seidengut, Sanierung Trockenmauern
    Informationen
    In den letzten Jahren wurden durch Bauvorhaben in der Stadt Chur verschiedene Hecken im Sinne des Natur- und Heimatschutzgesetztes ohne flächengleichen Ersatz entfernt. Die Verursacher haben in einem solchen Fall, gestützt auf die Bewilligung für die Entfernung, jeweils eine finanzielle Abgeltung zu leisten. Mit solchen Mitteln erwarb die Stadt Chur im Jahr 2012 eine Parzelle im Gebiet Seidengut im Umfang von knapp 12'000 m2 zwecks Realisierung adäquater Ersatzmassnahmen.

    Die fragliche Parzelle am steilen Abhang vis à vis des Krematoriums ist von grosser kultureller und ökologischer Bedeutung. Sie präsentiert sich heute als Mosaik aus Trockenrasen, Fromentalwiesen, Hecken, Obstbäumen, Wald und Trockenmauern. Das Areal ist unter anderem im städtischen Landschaftsinventar enthalten und mit einer Naturschutzzone überlagert. Mit dem Erwerb dieser Fläche gingen die Pflege des Mosaiks und natürlich auch der Unterhalt und die Instandstellung der sehr alten Trockenmauern an die Stadt Chur über. Letztere sind teilweise vom Zerfall bedroht und stellen für den darunter liegenden Siedlungsraum eine reelle Gefährdung dar. Die Sanierung mit Priorität 1 ist unumgänglich und steht kurz vor dem Abschluss. Diese rund 200-jährigen Mauern stammen aus der Zeit, als das Seidengut der Seidenraupenzucht diente und wegen der Steilheit terrassiert werden musste. Damals wurden in Chur über 10'000 Maulbeerbäume als Futterbasis für die Seidenraupen gepflanzt. Heute ist leider kein einziger Maulbeerbaum mehr vorhanden. Es besteht daher das Ziel, Maulbeerbäume und auch alte Obstbaumsorten wieder anzusiedeln.

    Die nachhaltige Pflege und Weiterentwicklung des Standortes Seidengut entspricht dem Sinne der Stadtentwicklung sowie generell der Förderung einer hohen Biodiversität. Um die Sicherheit der betroffenen Siedlungsräume zu garantieren, müssen rund 100 Laufmeter der Trockenmauern einer Totalsanierung und ca. 80 Laufmeter einer Teilsanierung unterzogen werden. Die Kosten für diese Massnahmen im sehr schwer zugänglichen Gebiet belaufen sich auf insgesamt Fr. 450'000.--. Dank namhaften Beiträgen des Fonds Landschaft Schweiz, des Kantons Graubünden und weiterer Geldgeber reduzieren sich die Nettokosten für die Stadt Chur auf rund die Hälfte. Die durch die Sanierung der Trockenmauern in Mitleidenschaft gezogenen Wiesen werden mittels einer geeigneten Samenmischung neu eingesät. Zwecks besserer Aufwuchsbedingungen wird die Saat mit einem Holzwollenetz aus Schweizer Holz abgedeckt. Dieses baut sich mit der Zeit natürlich ab.

    Den oberen Abschluss der Seidengutparzelle bildet die Alte Schanfiggerstrasse, ein historischer Weg, der sich ebenfalls im Eigentum der Stadt Chur befindet. Teilweise wird die Baustelle durch eine Seilkrananlage ab der Schanfiggerstrasse erschlossen. Die Arbeiten sind spätestens Ende Juni 2016 abgeschlossen und die vorübergehende Sperrung der Alten Schanfiggerstrasse kann bald wieder aufgehoben werden.
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