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  • Barrierefreier Einstieg in den Chur Bus

    23. November 2023

    Die Umsetzung des seit Januar 2004 in Kraft getretenen Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) ist ein fortlaufender Prozess. Unter dieses Gesetz fällt auch ein hindernisfreier Zugang zu öffentlichen Bushaltestellen. Die Schwierigkeit des Buszustiegs mit Rollstuhl oder auch Rollator liegt vor allem bei der unterschiedlichen Höhe von Trottoir und Busplattform, welche oft nur mit Hilfe von Drittpersonen überwunden werden kann. Für einen behindertengerechten, autonomen Einstieg muss an den Haltestellen auch genügend Platz für Fahrmanöver vorhanden sein und Strassenquerungen müssen mit entsprechend niedrigen Randsteinen ausgeführt werden. Für sehbehinderte Menschen muss die Wegführung am Boden zudem durch ein taktiles Leitsystem und Aufmerksamkeitsfelder beim idealen Einstiegspunkt erkenn- und ertastbar sein. Der Umbau der Bushaltestellen wurde in den letzten Jahren sukzessiv von den Tiefbaudiensten der Stadt vorangetrieben. Als Musterhaltestelle dient die Haltestelle Oberalpstrasse, Erlöserkirche.

    Hälfte bereits umgebaut oder kurz vor Umsetzung
    Bis Ende 2023 wurden von den 191 Churer Bushaltestellen rund die Hälfte nach den Richtlinien Behindertenorganisationen und VSS Normen1 saniert. Die Reihenfolge der Sanierungen wurde aufgrund der Frequenzen, der Priorität (Spital, Altersheime etc.) und der technischen Machbarkeit konzeptionell festgelegt. Zahlreiche Haltestellen konnten im Rahmen von Strassen- und Werkleitungssanierungen und andere aufgrund von sicherheitsbedingten Verschiebungen von Haltestellen behindertengerecht umgebaut werden. Bei einigen wichtigen Haltestellen konnte die Anpassung des Trottoirs auch ohne andere Bautätigkeit vorgenommen werden. Bei rund einem Viertel der Haltestellen ist eine Anpassung aus bautechnischen Gründen nicht umsetzbar oder unverhältnismässig. Die acht Bushaltestellen am Bahnhof werden mit den beiden Perrons der Arosabahn der Rhätischen Bahne (RhB) in den kommenden zwei Jahren als Gemeinschaftsprojekt mit der RhB abgewickelt und umgebaut.

    Weitere Bushaltestellen
    Bei zukünftigen Umbauten spielen bauliche Veränderungen von öffentlichen Institutionen (z.B. FHGR2, KSGR3 Standort Kreuzspital, Busstation Sport- und Eventanlagen Obere Au), die Linienführung des Chur Bus oder die Einführung einer allfälligen Tangentialbuslinie in Zusammenhang mit dem Ausbau Bahnhof Chur West mitunter eine grosse Rolle. Dementsprechend muss etappiert vorgegangen werden.

    Inklusion als Treiber
    Das BehiG hat zum Ziel, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Durch die barrierefreien Zugänge und rollstuhlgerechten Haltestellen können Menschen mit Rollstuhl ohne fremde Hilfe oder Einsatz von Hilfsmitteln, wie Einstiegsrampen, selbständig den Bus nutzen und sind dadurch mobiler und unabhängiger. Vom niveaugleichen Einstieg profitieren aber auch ältere oder auf Laufhilfen angewiesene Menschen sowie Zusteigende mit Kinderwagen und Menschen mit vorübergehenden Verletzungen oder Erschwernissen. Die Wichtigkeit, aber auch die gesellschaftliche Verpflichtung der Gleichstellung für diese Projekte zeigt sich auch bei der Finanzierung. Während die Stadt 40 % der Umbaukosten trägt, beteiligt sich der Kanton mit 60 % bei der Finanzierung. Die Basis für eine inklusivere und gerechtere Gesellschaft wurde mit dem Gesetz im 2004 geschaffen.

    Bus
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