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  • Die Bedeutung des Churer Waldes

    24. Mai 2022

    Der Churer Wald wird seit jeher sehr gut bewirtschaftet. Dafür sorgt die Abteilung Wald und Alpen der Stadt Chur mit ihren rund 16 Mitarbeitenden. Eine wichtige Rolle spielt vor allem die Verjüngung der 3726 ha Waldfläche, damit die vielfältigen Funktionen, insbesondere die Schutzfunktion, erfüllt werden können. Aber wie hat sich der Churer Wald im Verlauf der Jahre überhaupt entwickelt? Eine Reise von der Vergangenheit in die Gegenwart.

    Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Churer Wald vor allem Rohstofflieferant. Das begehrte Holz wurde im Wald geschlagen und mit Pferdefuhrwerken zur Weiterverarbeitung transportiert. Von diesen Zeiten zeugen noch etliche Waldwege, wie man sie beispielsweise im Fürstenwald, am Mittenberg oder Richtung Brambrüesch vorfindet. Auch heute wird noch Holz aus den Wäldern gewonnen, doch nicht primär wegen des Verkaufserlöses, sondern weil durch die heute intensivere Waldpflege das Produkt Holz automatisch geerntet werden muss. Die Ernte erfolgt mit hochmodernen Maschinen in Zusammenarbeit mit Forstunternehmungen.

    Erholungsraum mit Schutzfunktion
    Die ursprünglich wichtige Nutzproduktion der Churer Wälder hat sich im Laufe der Zeit somit grundsätzlich gewandelt. Anstelle des Rohstoffes Holz haben die Erholungs- sowie die Schutzfunktion um ein Vielfaches an Bedeutung zugenommen. Der Fürstenwald, welcher rund je zur Hälfte im Eigentum der Bürgergemeinde und dem Bistum steht, ist vermutlich der am intensivsten genutzte Erholungswald im Kanton. Unzählige Wandernde mit und ohne Hunde, Bikerinnen und Biker und andere Erholungssuchende sind im stadtnahen Wald unterwegs. Auch der Pizoggel, der eigentliche Hausberg von Chur, bietet nahegelegenen Erholungsraum für die Bevölkerung.

    Schutzwald für Chur
    Erholungsräume in der Natur sind ein wichtiges Bedürfnis und bieten gerade für eine Stadt einen wertvollen Ausgleich zum urbanen Leben. Noch wichtiger ist jedoch die Schutzfunktion des Waldes an den Steilhängen rund um Chur. Auch hier dient der Wald des Pizoggel als gutes Beispiel, denn er bildet einen bedeutenden Sicherheitsfaktor für Chur. Im Jahr 1987 hat die Stadt das Waldbauprojekt Schwarzwald in Angriff genommen mit dem Ziel, die Waldstabilität zu fördern, damit er seine Aufgabe als Schutzwald gegen Lawinen, Rüfen und Steinschlag erfüllen kann. Mit dem Bau des Schwarzwaldweges vom Städeli, dem Pizoggel unterhalb des Känzeli entlang, bis zum Altschutztobel, das bis zur Trist hinunterreicht, wurde die Basiserschliessung des Waldes ergänzt und so ein Forstweg zum labilen westlichen Bereich des Berges erstellt, welcher bis heute sehr anspruchsvoll für die Forstverwaltung ist. Dank den aufwendigen Waldarbeiten, allen voran den Entwässerungen und Bachverbauungen, konnten jedoch schlimmere Murgänge in den letzten Jahren erfolgreich verhindert werden. Die Forstleute sind fast das ganze Jahr hindurch im Churer Schutzwald engagiert und sorgen dafür, dass der Wald seinen wichtigsten Zweck erfüllt, zum Schutz der am Fusse des Berges liegenden Stadtquartiere und Verkehrsverbindungen.

    Wald braucht Pflege
    Der Gesundheitszustand der wichtigen Schutzwälder wurde in den letzten Jahren stark strapaziert, nicht zuletzt durch die Klimaerwärmung und Umwelteinflüsse. Intensive Pflege durch Holzschläge zur Verjüngung des Waldbestandes und dauernde Jungwaldpflege sollen den Schutzwald rund um Chur stärken. Noch nicht gelöst ist das Problem mit den Wildtieren, welches sich an den frischen Trieben der Jungbäume genüsslich tut und so das Wachstum der Bäume verhindert. Die Abteilung Wald und Alpen hat jedoch ein Auge darauf und stellt mit unermüdlichem Einsatz sicher, dass sich die Stadt Chur auch künftig auf die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes verlassen kann.

    Sandra Maissen
    Stadträtin Sandra Maissen bei ihrem Vortrag bei der Generalversammlung von Graubünden Wald in Chur.
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